Medizin im Mittelalter

Mönche und Nonnen waren im frühen Mittelalter die Träger des Wissens über alle medizinischen Praktiken. Viele bekannte Heilpflanzen wurden in den Kräutergärten der Klöster kultiviert. In den wachsenden Städten des Hochmittelalters entstanden die ersten Universitäten. Angelehnt an die antiken Vorbilder, wurde dort auch das Fach Medizin gelehrt. Noch bis ins 19. Jahrhundert war der entscheidende Inhalt der Medizin die Humoralpathologie. Das ist die Lehre der vier Körpersäfte (Blut, Gelbgalle, Schwarzgalle und Körperschleim), die miteinander im richtigen Maß gehalten werden müssen. Die Aufgabe des gelehrten Doktors der Medizin war es, bei den Patienten für den Gleichklang, für ein ausgeglichenes Verhältnis dieser vier Säfte zu sorgen.
Ein berühmter Arzt des 16. Jahrhunderts war der in Blaubeuren geborene Johannes Magenbuch (*ca.1499 in Blaubeuren, +1546 in Eichstätt). Magenbuch behandelte berühmte Zeitgenossen wie Martin Luther und den Landgraf Phillip von Hessen. Sein Ansehen als Arzt war so hoch, dass er auch vom konfessionellen Gegner der Protestanten, Kaiser Karl V. in Wien konsultiert und schließlich zum persönlichen Leibarzt des Kaisers ernannt wurde. Als einer der ersten, führte Magenbuch ein ärztliches Notizbuch, in welchem er die Vorerkrankungen und Medikamentierung der Patienten festhielt. Somit war er einer der Erfinder der Anamnese.

johannes magenbuch
Johannes Magenbuch
(Familienaufnahme aus dem genealogischen Archiv
Hans-Thorald Michaelis, vor 1900)


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