Spital oder Siechenhaus

In einer Zeit ohne Impfungen und wirksame Medikamente forderten Infektionskrankheiten immer wieder viele Todesopfer. Teilweise starben ganze Landstriche aus, wenn Epidemien wie die Pest ausbrachen.
So verlor die Stadt Blaubeuren im Jahr 1349 den größten Teil ihrer Stadtbewohner durch die Pest.
Ohne Wissen über Infektionswege erschienen die Wellen der Infektionskrankheiten wie ein Gottesgericht oder eine Naturgewalt. Um Ansteckungen zu verhindern, wurden Erkrankte in Siechen- oder Blatterhäusern vor den Stadttoren untergebracht und dort von der Stadtbevölkerung isoliert.
Eine genaue Diagnostik erfolgte nicht und viele Krankheiten, die mit einem Hautausschlag verbunden sind, wurden als „Aussatz“ bezeichnet. Neben Almosen wurden vor allem religiöse Predigten als Heilmittel eingesetzt.
Erkrankungen, die nicht auf Infektionen zurückgingen, wurden in der Regel im eigenen Zuhause behandelt und gepflegt. Fehlte der familiäre Zusammenhalt und die Person verarmte, nahm das Spital die Erkrankten auf und versorgte diese.

siechenhaus blaubeuren
Das Blaubeurer Siechenhaus in der Marktstraße
Fachwerkhaus links, abgerissen Anfang der 1970er Jahre
(Fotoblicke 42)

sondersiechenhaus sixt kummer 1683
Sondersiechenhaus Blaubeuren
Bartholomäus Sixt Kummer (1683)



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