Medizinische Instrumente



schnäpper
Schröpfschnäpper/Schröpfapparate
Würfelförmige Apparate zum Öffnen der Wunde
Beim Drücken des Hebels kommen auf der Unterseite jeweils
16 Klingen/Flieten hervor.
Vor dem Schröpfen muss die Haut angeritzt werden. Dazu benutzte der Bader zunächst die sogenannte „Fliete“, eine scharfe Klinge. Später wurde die Fliete durch die Schröpf- Schnäpper ersetzt, die von den Kunden als weniger schmerzhaft empfunden wurden. Mit einem Hebel wurden die sehr scharfen, kurzen Klingen bewegt. Die Wunden wurden dadurch eröffnet und die Schröpfköpfe konnten aufgesetzt werden.
Messing, Mechanik aus leicht angerostetem Metall
Schröpfschnäpper links:
"HENGER STUTTGART“
7cm x 4,5 cm x 3,5 cm, um 1800
 (Heimatmuseum Blaubeuren, Nr. 2977)
Schröpfschnäpper rechts:
„Wienn“
5cm x 3,5cm x 4,5cm, um 1800
(Heimatmuseum Blaubeuren, Nr. 2361)

schröpfköpfe
Schröpfköpfe
werden erhitzt und dann vom Bader auf die geöffneten Wunden am Rücken aufgesetzt. Beim Erkalten des Metalls entstand ein Unterdruck zwischen Haut und Schröpfkopf, welches diesen am Körper hielt und dazu führte, dass das Blut aus der Wunde floss. Diese medizinische Prozedur sollte die Gesundheit und das Wohlbefinden fördern und stand jahrhundertelang in hohem Ansehen. Die Körperstelle, an der geschröpft wurde, richtete sich nach dem Sitz des zu bekämpfenden Übels.
Paar links:
Messing, mit kreisrunden Vertiefungen und Spitze
3,7cm x 4cm, ca. 18. Jahrhundert
(Heimatmuseum Blaubeuren Nr. 2364 und Nr.2365)
Paar rechts:
Messing mit glatter Oberfläche
3cm x 3,7cm, ca. 18. Jahrhundert
(Heimatmuseum Blaubeuren, Nr. 2614 und Nr. 2615)

messer
Lanzettmesser
Operationsmesser des Wundarztes/Chirurgen mit klappbaren Klingen (Bistouris). Neben kleineren chirurgischen Eingriffen gehörte vor allem der Aderlass zur Standartbehandlung des Wundarztes oder Chirurgen. Auch zum zielgerichteten Öffnen von Wunden vor dem Schröpfen.
um 1800
Operationsmesser oben: 16,6cm, Klingengravur „Tischer“
(Heimatmuseum Blaubeuren, Nr. 2719)
Operationsmesser unten: 6cm, Klingengravur „Tischer“
(Heimatmuseum Blaubeuren, ohne Nummer)

klistierspritze
Klistierspritze
Klistierspritzen gehörten zur breiten Palette der medizinischen Instrumente des Wundarztes. Im Verständnis der Zeit war die regelmäßige „Purgierung“ (Reinigung) durch das Ausspülen des Enddarms mit einer Klistierspritze nötig, sonst drohte der Gesundheit ernsthafte Gefahr. Dazu gab es auch „arzneiliche Klistier“ im Falle von Infektionskrankheiten. Diese sollten direkt auf die Magen- und Darmschleimhaut wirken.
Zinn, Spritzenstempel aus Holz
4,5cm breit, geschlossen 34,5cm lang, ausgefahren 47,5cm
17./18. Jahrhundert
(Heimatmuseum Blaubeuren, Nr. 2368 (89GM))

mörser
Mörser
Mit Hilfe des Stößels wurden im Mörser Pflanzenteile zerstoßen und zu pulvrigen Substanzen zerkleinert. Mörser und Stößel gelten heute als Werkzeug des Apothekers, aber auch Bader, Barbiere und Wundärzte stellten Arzneien her.
Messing
Mörser 13,5cm breit, 12,5cm hoch
Stößel 21,5cm lang, an den Enden jeweils 4cm breit
ca. 19. Jahrhundert
(Heimatmuseum Blaubeuren Nr. 253/39 Altinventar
vor 1947„Eigentum der Kulturgemeinde Blaubeuren
gest. v. Fr. Rampf“)




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