Mammutelfenbeinflöte

Die Flöte aus Mammutelfenbein aus der Fundstelle Geißenklösterle stellt eine technische Meisterleistung dar: Aus einem massiven, nur schwer zu bearbeitenden Material, wurde eine ebenmäßige, dünnwandige Flötenhohlform geschnitzt. Dies ist bisher einzigartig in der altsteinzeitlichen Technikgeschichte.
Und so dauerte es auch einige Zeit, bis die Bruchstücke, dieser Flöte überhaupt als solche erkannt wurden. Schon 1988 wurde ein erstes Teilstück veröffentlicht und als ein „mit einer Kerbreihe verziertes Elfenbeinfragment“ bezeichnet. Erst 2003 gelang es der Grabungstechnikerin Maria Malina, die geschnitzten Flötengrifflöcher als solche zu deuten und die insgesamt 31 Bruchstücke zusammenzusetzen.

Für die Fertigung wurde zuerst ein langer Span aus der Außenkante eines Mammutstoßzahns herausgebrochen und zu einem runden Stab geformt. Da es Steinbohrer dieser Länge damals nicht gab und der Stab auch gebogen war, wurde an der Grenze zwischen der äußersten Schicht und den inneren Schichten des Stoßzahns zunächst längs gespalten. Dann erfolgte die Aushöhlung der beiden Hälften und das Einschaben der Grifflöcher. Die beiden Halbröhren wurden schließlich mit Birkenpech verklebt und mit Tiersehnen verschnürt.

Beim Flötenoriginal sind noch drei Löcher erkennbar. Ob die an einem Ende erhaltene Kerbe das Mundstück war, ist nicht ganz sicher, aber wahrscheinlich.
Wird ein Nachbau der Flöte als Kerbflöte gespielt, erhält man acht Töne in wohlklingenden Intervallen und bemerkenswerter Lautstärke, nämlich f2, g2, h2, dis3, fis3, h3, dis3.

Ausstellungsort: Urgeschichtliches Museum Blaubeuren

  • Urgeschichtliches Museum Blaubeuren
  • Kirchplatz 10
  • 89143 Blaubeuren
  • Telefon: 07344 9669-90
  • Fax: 07344 9669-915
  • info@urmu.de
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