Haldensteinhöhle
(Lonsee-Urspring - Lonetal ADK)

Die Haldensteinhöhle ist eine Spalthöhle. Die Ausdehnung der Spalte ins Innere beträgt circa 35 m. Der Höhlenraum misst circa 6 m auf 4 m, der sich bergeinwärts trichterförmig verengt. Ein lehmverstopfter Naturschacht im Boden der Halle lässt auf eine Verbindung mit dem nahen Quelltopf der Lone schließen.
Im Mittelalter war der vorderste Bereich des Höhlendaches zusammengebrochen. 1865 wurde ein Teil der eiszeitlichen Schichten bei der Errichtung einer Schutzmauer abgetragen.
Nach einem Hinweis von G. Burkhardt räumte Gustav Riek im Frühjahr 1936 die Deckenversturzblöcke beiseite. Dabei kam die Einschlupfspalte des Höhlengangsystems zum Vorschein. Nach 36 Tagen war die Untersuchung der Haldensteinhöhle, die nur wenige Artefakte zur Ausbeute hatte, abgeschlossen.
Unter den spätmittelalterlichen Resten folgten nach fundleeren Schichten drei paläolithische Horizonte.
Die oberste Schicht barg nach Rieks Aussage mit einigen Klingen aus Jaspis und einem Knochen mit Zerlegungsspuren nur ein „kümmerliches Magdalénien“. Lange Zeit als verschollen galten die menschlichen Reste, eine rechte Speiche und eine linke Kniescheibe. Sie lagen mit den zahlreichen Tierknochen vom Wollnashorn, Rentier, Edelhirsch und Damhirsch zusammen in der Geologischen Sammlung in Tübingen.
Hauptsächlich bekannt ist die Haldensteinhöhle aufgrund der beiden äußerst sorgfältig und fein gearbeiteten Blattspitzen und der großen Klinge. Sie datieren aus dem späten Mittelpaläolithikum. Die Fauna setzt sich aus Wollnashorn, Ren, Hirsch, Pferd, Höhlenbär und Höhlenhyäne, evtl. auch Mammut zusammen. Aus der untersten Fundschicht liegen zwei atypische Hornsteingeräte und ein Knochenpfriem vor.

nach: Sigrid Haas-Campen, Ulm und der Alb-Donau-Kreis, Stuttgart 1997, 157-159.


GPS-Daten     48°32'52" N, 9°53'31" O

Weg zur Haldensteinhöhle
Die Höhlenruine liegt am Osthang des Haldensteinmassivs oberhalb von Urspring und des Quelltopfs der Lone.
Die Wege sind für Rollstuhl und Kinderwagen bedingt geeignet.

- B 10 Geislingen Richtung Ulm
- circa 200 m nach Ortsschild Urspring
- hinter Gasthof Hirsch rechts in Reuttierstaße abbiegen
- vor Gasthof Halde links den Hang hinauf
- nach 100 m liegt rechts die Haldensteinhöhle.

Frei zugänglich.

  • Urgeschichtliches Museum Blaubeuren
  • Kirchplatz 10
  • 89143 Blaubeuren
  • Telefon: 07344 9669-90
  • Fax: 07344 9669-915
  • info@urmu.de
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