Kogelstein - Spitzschaber (© urmu)
Spitzschaber

Kogelstein - Murmeltier-Oberschenkel (© urmu)
Murmeltier Oberschenkelknochen

Kogelstein
(Schelklingen-Schmiechen - Schmiechtal ADK)

Der Kogelstein liegt an einer für die Jagd strategisch wichtigen Stelle. Von dort aus kann man weit in verschiedene Täler blicken. Herannahende Tierherden wie Wildpferde oder Mammuts konnten frühzeitig beobachtet werden.
Die Neandertaler nutzten diesen Platz deshalb gerne für ihre Jagdaufenthalte.
Leider wurde der Kogelstein fast vollständig bei den Arbeiten für den Eisenbahnbau zerstört. So konnten nur noch wenige Werkzeuge der Neandertaler geborgen werden. Das steinerne Rohmaterial für diese Werkzeuge stammt teilweise aus über
100 km Entfernung.

Die ehemalige Höhle ist heute nicht mehr als solche erkennbar, da seit Ende des vorletzten Jahrhunderts der Kogelstein auch wiederholt als Steinbruch für Baumaterial gedient hat. 1912 entdeckten Rektor Krieg aus Ehingen und der Arzt Hartung aus Schelklingen nach der teilweisen Sprengung des Felsens Funde aus der Zeit der Neandertaler. Sie sammelten die Steingeräte und Tierknochen aus einer freiliegenden Kluft unter dem Kogelstein auf. Die zahlreichen Knochenreste stammen von Mammut, Wollnashorn, Wildpferd, Riesenhirsch, Rentier, Ur, Gämse, Murmeltier, Hase, Halsbandlemming, Höhlenlöwe, Höhlenbär, Höhlenhyäne, Rothirsch, Wolf, Fuchs, Dachs und Wildkatze.

Auch bei den neueren Grabungen von 1987 und 1992, die wegen eines geplanten Straßenneubaus erforderlich waren, wurden nur relativ wenige Steinartefakte gefunden. Bei den insgesamt 65 Stücken handelt es sich um verschiedene Schaber und Spitzentypen, einfache Abschläge, sowie um Levalloisabschläge, Trümmerstücke und einen Kern.
Das Gros aus den neueren Grabungen bilden die Absplisse. Nach Eberhard Wagner existiert auch noch eine Blattspitze vom Kogelstein. Die Artefakte, die vom Moustérien mit Micoque- Formen bis zur späten Blattspitzenzeit reichen, und die Zusammensetzung der Tierarten sprechen dafür, das Inventar in eine früh- bis mittelwürmeiszeitliche Phase zu stellen. Eine genauere typologische Einordnung dieses Inventars innerhalb des Mittelpaläolithikums ist nicht möglich.


GPS-Daten     48°21'45" N, 9°43'17" O

Weg zum Kogelstein
- auf B 492 Blaubeuren Richtung Ehingen
- hinter Schelklingen rechts ab Richtung Schmiechen
- in erster Rechtskurve links ab Richtung Sportplatz
- Bahnlinie und B 492 unterqueren
- hier Parkmöglichkeit
- links (nördlich) Kogelstein

Frei zugänglich.
Die Wege sind für Rollstuhl und Kinderwagen geeignet.

  • Urgeschichtliches Museum Blaubeuren
  • Kirchplatz 10
  • 89143 Blaubeuren
  • Telefon: 07344 9669-90
  • Fax: 07344 9669-915
  • info@urmu.de
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