rohling spaltspur
Spur vom Spalten mit Keil

rohling querschnitt
Querschnitt

Rohling für eine Elfenbeinflöte

Bei den Grabungen im Geißenklösterle wurde in den aurignacienzeitlichen Schichten ein in zwei Längshälften gespaltener Elfenbeinrundstab gefunden. Das Stück ist ca. 35 cm lang und hat Durchmesser von 0,5 cm bis 1,07 cm.
Entlang des Spalts weist dieser Stab mehrere kleine gleichmäßige Lücken auf, die auf eine Spaltung mit Hilfe von Keilen hindeuten. Auf der konkav gebogenen Seite sind acht deutlich voneinander abgegrenzte Lücken feststelltbar, auf der gegenüberliegenden Seite sind diese nicht so deutlich ausgeprägt. Dies lässt darauf schließen, dass die Spaltung von einer Seite aus durchgeführt wurde. Die scharfkantige Form der Lücken und ihre geringe Breite sprechen dafür, dass Keile aus Feuerstein verwendet wurden. Auf den Spaltflächen sind in Keilrichtung ebenfalls sehr scharfkantige Narben an der obersten Elfenbeinschicht zu erkennen.
Der Stab wurde dem äußersten Teil des Stoßzahns entnommen und besteht dadurch jeweils zur Hälfte aus Zahnzement und aus Dentin. Dies entspricht der Elfenbeinflöte aus dem Geißenklösterle. Auch lagen die Stücke des Rundstabs im gleichen Bereich, wie die der Elfenbeinflöte.
Es könnte sich bei dem Rundstab also um einen Rohling für solch eine Flöte handeln.


Ausstellungsort: Urgeschichtliches Museum Blaubeuren

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