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Neue Perlenfunde aus dem Hohle Fels

Sonderpräsentation
Funde des Jahres 2016
28. Juli 2017 - Januar 2018


Die archäologischen Ausgrabungen im Hohle Fels liefern jährlich faszinierende Fundstücke aus der Jüngeren Altsteinzeit. Ein Schwerpunkt lag in den letzten Jahren auf den Ausgrabungen der aurignacienzeitlichen Schichten, die zwischen 43.000 und 34.000 Jahre alt sind. Hier wurden 2016 zahlreiche Schmuckstücke ausgegraben, mit deren Hilfe sich einerseits die persönlichen Vorlieben unserer direkten Vorfahren fassen lassen; andererseits lassen sich sogar Rückschlüsse auf die gesellschaftlichen Vorstellungen während dieser ersten Epoche der modernen Menschen in Europa ziehen.

Herausragend sind hier die dreifach durchlochten Perlen, die aus Mammutelfenbein gefertigt wurden. Diese stammen bislang ausschließlich aus den ältesten aurignacienzeitlichen Schichten. Die beiden Enden laufen mehr oder weniger spitz zu, und die beiden äußeren Löcher werden zumeist durch Einkerbungen vom mittleren Teil der Perle abgesetzt. Die Einkerbungen sind durch mehrfaches Ansetzen und Schneiden des entsprechenden Steinwerkzeugs entstanden. Dieser Perlentyp ist bisher nur aus dem Hohle Fels bekannt und besitzt keine Parallelen in Perlen aus anderen Fundstellen – hier liegt eine echte Besonderheit aus dem Achtal vor.

Dagegen sind die doppelt durchlochten Perlen aus Mammutelfenbein ein sogenanntes „Leitfossil“ des Schwäbischen Aurignacien. Diese wurden sowohl im Achtal als auch im Lonetal in den eiszeitlichen Höhlenfundstellen zu Hunderten ausgegraben. Die Perlen sind in der Mitte verdickt und zu den Enden hin beidseitig abgeflacht. Die Lochungen entstanden durch das Bohren mit einem feinen Feuersteingerät oder wurden durch wiederholtes Einschneiden erzielt. Die Perlen liegen in allen Stadien des Herstellungsprozesses vor, vom Rohling bis zum fertiggestellten und getragenen Stück.

Diese doppelt durchlochten Perlen kommen bislang ausschließlich auf der Schwäbischen Alb vor, obwohl auch aus anderen aurignacienzeitlichen Regionen Europas zahlreiche Schmuckstücke in verschiedenen, zum Teil extravaganten Formen bekannt sind. Aus diesem Grund wird diese Perlenform als Ausdruck einer Gruppenidentität der aurignacienzeitlichen Bewohner der Schwäbischen Alb gedeutet. Dies wird noch durch die Tatsache unterstützt, dass solche Perlen über 6.000 Jahre lang auftreten und eine Tradition des Herstellens und Tragens dieser sehr speziellen Form bezeugen.


Ideen zu Funktion und Trageweise gefragt

Waren diese feinen Objekte aus Mammutelfenbein schmückendes Element der Kleidung oder hatten sie auch eine funktionelle Bedeutung?

Wir sammeln Ideen zur Trageweise der Doppellochperlen. Wenn Sie mitmachen möchten, dann schicken Sie uns eine eigene Skizze oder ein Foto Ihres fertigen Fädelwerks an info@urmu.de.
Die Ergebnisse der Ideenwerkstatt präsentieren wir auch auf unserer Facebookseite www.facebook.com/urmu.de.

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