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Wechselausstellung

Vogelperspektiven
Vögel in Eiszeit und Kunst

Vögel sind seit jeher faszinierende Tiere. Sie können fliegen, laufen, schwimmen und tauchen. Sie wecken uns morgens mit ihrem Gesang und begleiten uns den ganzen Tag. Manche gehen nachts lautlos auf die Jagd. Andere fliegen jährlich bei ihren saisonalen Zügen tausende von Kilometern.

So haben sie Eingang gefunden in unsere Phantasie, in Mythen, Märchen und natürlich auch in die Kunst und Musik.
Wer kennt nicht die Geschichte vom Schmied Dädalus, der sich Flügel baute, um zu entkommen. Sein Sohn Ikarus war allerdings zu wagemutig, kam der Sonne zu nahe und stürzte ab.
Noah entsandte Vögel, um das Ende der Sintflut zu erkennen.
In der christlichen Symbolik wird der Heilige Geist als Taube dargestellt.

Schon vor 40 000 Jahren haben unsere Vorfahren aus Vogelknochen Flöten hergestellt und auf ihnen musiziert. Und auch in die Eiszeitkunst haben die Vögel als Figuren und geritzte Darstellungen Eingang gefunden.


Umweltrekonstruktion am Beispiel
Geißenklösterle (Blaubeuren-Weiler)

In der Archäologie werden unter anderem die gefundenen Vogelknochen dazu hergenommen, die Umwelt in der Umgebung der Fundstelle zu rekonstruieren. Für diese Ausstellung wurde dafür die Auswertung der Vogelknochen aus dem Geißenklösterle herangezogen.Anhand der Vogelreste gab es in allen drei Besiedlungsphasen eine offene Landschaft mit geringem Waldanteil. Im Magdalénien vor ca. 15 000 Jahren gab es mehr Nadelbäume, was für ein kaltes bis feuchtkaltes Klima spricht. Es sind vorwiegend Vogelarten vertreten, die eine offene Landschaft benötigen, also an Heide bzw. Tundra angepasst sind.
Im Gravettien (vor 33 - 28 000 Jahren) und im Aurignacien (vor 43 000 - 34 000 Jahren) war der Laubwaldanteil deutlich höher. Wahrscheinlich gab es sogar Obstbäume. Dies lässt auf ein kontinentales Klima mit sehr warmen Sommern und sehr kalten Wintern bei wenig Niederschlägen schließen.
In allen drei Besiedlungsphasen gab es generell wärmere Sommer als heute. Dies wird durch die Stein- und Felsenschwalben belegt, die heute nördlich der Alpen nicht mehr vorkommen.

Für Vögel, große Huftiere und damit auch für ihre Jäger herrschten somit gute Lebensbedingungen.

Vögel in der Eiszeitkunst

Schon die Menschen der Eiszeit stellten Vögel in ihrer Kunst dar. Die älteste bekannte Darstellung ist der Wasservogel aus dem Hohle Fels, den Sie in unserem Museum im Original betrachten können.

Auch später finden wir Vögel als Schmuckobjekte, in der Wandkunst und in der mobilen Kleinkunst.
Diese Darstellungen finden sich von Sibirien bis nach Spanien.

Sicher hatten diese auch eine besondere Bedeutung für die Menschen der Eiszeit. Welche, bleibt uns leider verborgen. 


Schmuck

Bereits die Neandertaler haben wohl Federn und Vogelkrallen als Schmuck verwendet.

Einige Hinweise darauf stammen aus den Ausgrabungen in der Grotta di Fumane in der Nähe von Verona (Norditalien).

Dort wurden Flügelknochen von Alpendohle, Mönchs- und Bartgeier, Rotfußfalke und Ringeltaube gefunden, auf denen Schnittspuren festgestellt wurden. Diese sprechen dafür, dass die Federn davon entfernt wurden.
Ebenfalls wurden Krallen des Steinadlers gefunden, die mit Schnitten von den Zehenknochen abgetrennt wurden.

Sowohl die Federn als auch die Krallen dürften als Schmuck verwendet worden sein.

Die Vogelpräparate wurden uns freundlicherweise vom
Naturkundlichen Bildungszentrum Ulm zur Verfügung gestellt.


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