was den menschen auismacht!

Die Pflicht zum Opfer

Im Mittelalter wurde es als Pflicht angesehen, dass sich reichere Bürger um die ärmeren und kranken Mitbürger kümmerten. Die Gründung eines Spitals war Ausdruck eines solchen Anspruchs.
In mittelalterlichen Predigten ist die Verpflichtung zum finanziellen Opfer dokumentiert:

„Ir sult an goteshiuser, an spitâle geben, messe frumen. Der rîche sî, der sol almuosen geben – unde kloester rîchen unde spitâle unde den hungerigen etzen und den durstigen trenken unde den nacketen kleiden unde den ellenden herbegen unde diu sehs werc der erbarmherzigkeit tuon alles“
Bertold von Regensburg, 13. Jahrhundert.

„Ihr sollt an Gotteshäuser, an Spitäler geben und Messe lesen lassen. Wer reich ist, soll Almosen geben und Klöster und Spitäler bereichern, den Hungrigen nähren und den Durstigen tränken und den Nackten kleiden und den Elenden beherbergen, um dieses Werk der Barmherzigkeit tut all dies.“

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Heilig-Geist-Spital
Bartholomäus Sixt Kummer 1683
In einem prächtig ausgestatteten Krankenzimmer des Spitals sind Lazarus und Jesus zu sehen, die sich den Kranken zuwenden. Ein interessantes Detail sind die Arzneien auf dem Nachttisch. Rechts ist im Vordergrund der Teich Bethesda (Symbol der Barmherzigkeit) vor der Westseite des Spitals - damals noch mit Turm - zu erkennen.
Schrift oben:

"Wol dem der sich des dürfftigen annimbt" (Psalm 41, Vers 2)
Schrift unten:
"Wohl hier und ewig dort wird es dem frommen gehen
der sich des dürfftigen von hertzen nimmet an'
Ein ohnbarmhertziger mag nicht vor Gott bestehen;
weh dem wer hier vom Gut der Armen hat gethan.
(Heimatmuseum Blaubeuren)


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