Beschreibung
Die Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb ist um zwei Figuren reicher geworden. Einem archäologischen Grabungsteam der Universität Tübingen ist ein spektakulärer Fund gelungen. Zwei in Größe und Ausarbeitung einzigartige Vogelfiguren aus Mammutelfenbein ergänzen nun die Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb. Sie sind ein Beweis dafür, wie bewusst die Menschen vor 40.000 Jahren ihre Umwelt wahrgenommen haben. Die Figuren zeigen nicht nur Vögel, sondern fangen auch unterschiedliche Verhaltensweisen ein – und das im Kleinstformat.
Es handelt sich um eine fast vollständige Darstellung eines ruhenden, vielleicht brütenden, Vogels und um die Darstellung eines Vogels mit ausgebreiteten Flügeln, dessen linker Flügel jedoch abgebrochen ist und aufgrund fehlender Teile nicht angesetzt werden kann. Sie werden auf ca. 40.000 Jahre vor heute datiert.
Sie stammen zwar aus der gleichen Schicht, dennoch ist unklar, ob sie tatsächlich zusammengehören oder ob Generationen sie trennen. Sie wurden etwa eineinhalb Meter entfernt voneinander gefunden.
Die Formgebung des liegenden Vogels erinnert an ein Schneehuhn. Es könnte sich um ein brütendes Tier handeln. Auch im Zusammenhang mit Paarungsbereitschaft, der Tarnung vor Fressfeinden oder dem Schutz vor eisigen Temperaturen ist eine solche Körpersprache bei Schneehühnern oder anderen fasanenartigen Vögeln zu beobachten.
Die Interpretation des Vogels mit ausgebreiteten Flügeln ist etwas schwieriger. Sowohl Körpersprache als auch Formgebung lassen sich keiner bestimmten Vogelart eindeutig zuordnen. Es ist möglich, dass ein Vogel dargestellt ist, der auf dem Wasser landet oder seine Flügel trocknet. Balz- oder Imponierverhalten sind ebenfalls denkbar.
Mit diesen beiden herausragenden Funden wird die Darstellung von Vögeln charakteristisch für die Eiszeitkunst am Hohle Fels – ein Standort, der bereits vor 40.000 Jahren mit seiner Nähe zu Fluss, See und Felshängen wichtige Lebensräume für Vögel bot.

















