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Große Grotte

Öffnungszeiten

Heute geöffnet bis 17 Uhr

Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr
Sonn- und Feiertage 10 bis 17 Uhr
Montag geschlossen
Eintrittspreise
Regulär 7 €
Kinder 7 bis 17 Jahre 3 €
Ermäßigt 5 €
Gruppen ab 12 P. 5 € p.P.
Schulklasse 2 € p.P.
Familie/Single-Familie 15 € / 9 €
Adresse
Urgeschichtliches Museum Blaubeuren
Kirchplatz 10
89143 Blaubeuren

Beschreibung

Blaubeuren – Blautal, Alb-Donau-Kreis

Die Große Grotte hat einen 17 m hohen und 15 m breiten, nach Westen gerichteten Eingang und ist 28 m tief.

In der Großen Grotte wurde 1958 von einem Schüler gegraben und diese daraufhin als urgeschichtliche Fundstelle gemeldet. Neben paläolithischen Steinartefakten, Knochen und Zähnen vom Höhlenbären und Wildpferd wurden auch mittelalterliche Scherben gefunden. Gustav Riek, der zu der Zeit in der Brillenhöhle grub, ließ daraufhin im Oktober 1959 eine Sondage durchführen. Von 1960 bis 1964 grub er in insgesamt vier Monaten die durchschnittlich 2,5 m mächtige Sedimentfüllung der Höhle aus. Dabei stellte Riek unter der humosen Deckschicht zehn gut trennbare Schichten mit einer mittelpaläolithischen Abfolge fest. Das Fundinventar umfasst 2000 Geräte und Abfallstücke aus der Zeit der Neandertaler.

Den umfangreichsten Fundanteil wies Schicht II auf. Durch typische Spitzbogenschaber, keilmesserartige Schaber und zwei Blattspitzen sowie eine geschliffene Geweihspitze mit D-förmigem Querschnitt belegen sie ein jüngeres Moustérien, das ans Ende des Frühwürm gestellt wird. Ob die in Schicht II entdeckte unregelmäßige Mauer aus Kalksteinblöcken, die quer durch die Höhle verlief, als Siedlungsstruktur des Neandertalers zu werten ist, muss offen bleiben.
Die Schichten III bis VIII lieferten eine faustkeilfreie, reine Abschlagindustrie mit geringem Levalloisanteil. Mit zahlreichen Schaberformen wie Bogen-, Hohl-, Winkel-, Gerad- und Breitschaber charakterisieren sie ein Moustérien der frühen Würm-Eiszeit.
Aus Schicht IX liegen nur wenige Artefakte vor, doch kennzeichnen zwei Faustkeile und ein Faustkeilschaber das Micoquien, welches mit Beginn des Würmglazials einsetzt.
Im Fundinventar der Schicht X treten verschiedene Schaberformen auf.
In der untersten Fundschicht XI auf der Höhlensohle lagen Levalloiskerne, Abschläge und Levalloisspitzen.
Die Basisschichten werden zeitlich in die ausgehende Eem-Warmzeit gestellt.

Unter den Tierresten ist der Höhlenbär am häufigsten vertreten. Dabei handelt es sich überwiegend um natürlich eingegangene Tiere. Als Jagdfauna des Neandertalers sind Steinbock reichlich, weniger zahlreich dagegen Rentier, Wildpferd, Rothirsch, Fuchs und Hase belegt. Einzelne Reste liegen auch von Mammut, Fellnashorn, Bison und Hyäne vor.

Besuch

GPS-Daten      48°24'22" N, 9°48'05" O

Weg zur Großen Grotte
Die Große Grotte befindet sich unterhalb der Burgruine Hohengerhausen, genannt Rusenschloss, und oberhalb des Blautals am Steilhang zwischen Blaubeuren und Gerhausen.
Sie kann entweder vom sogenannten Tugendpfad oder vom Rusenschloss über Wanderwege erreicht werden.

Vom Tugendpfad:
- vom höchsten Punkt des oberen Tugendpfads auf Wanderweg Richtung Rusenschloss
- an Felsriegel rechts hoch
- nach zwei Serpentinen links in die Große Grotte

Vom Rusenschloss:
- Richtung Sonderbuch
- am Tor nach links unten Richtung Blaubeuren
- an Wegkreuzung links Richtung Bahnhof
- an Felsriegel links hoch
- nach zwei Serpentinen links in die Große Grotte

Die Höhle ist normalerweise außerhalb der Vogelschutzzeiten frei zugänglich. Die Schutzzeiten sind ausgeschildert.
Die Wege sind für Rollstuhl und Kinderwagen nicht geeignet.

Bilder

Blick aus der Großen Grotte 
Faustkeil 
Speerspitze aus Geweih